Berliner Testament

Was ist das Berliner Testament?

Das Berliner Testament bezeichnet eine Form des Ehegattentestaments. Hierdurch wird von den Ehegatten gemeinschaftlich geregelt, wie das Erbe nach Ableben eines Partners zu verfahren ist. Mit dem Berliner Testament wird fixiert, dass der gesamte Nachlass an den noch lebenden Ehepartner fällt.

Das Berliner Testament regelt die Erbschaft unter Eheleuten.

Das Berliner Testament regelt die Erbschaft unter Eheleuten.

Das Testament kann in zweierlei Ausführung erfolgen:

Trennungsprinzip

Bei diesem Prinzip bleiben die Vermögensmassen der beiden Ehegatten getrennt. Das bedeutet, dass Dritte (zum Beispiel die Kinder) das Vermögen der zuerst verstorbenen Person erst dann erben, wenn auch der zweite Ehepartner verstorben ist. In diesem Fall erhalten die Erben das Vermögen beider Ehegatten getrennt.

Einheitsprinzip

Dabei wird zuerst der noch lebende Ehegatte Erbe des Vermögens. Nach dessen Tod erhalten die Erben das Gesamtvermögen beider Partner.

Entstehung des Berliner Testaments

Die ursprüngliche Form des Berliner Testaments, das auf preußisches Recht zurückzuführen war, hat mit dem heutigen Anwendungsbereich nichts mehr gemeinsam. Nach derzeitiger Gesetzgebung wird mit dem Einsatz eines Berliner Testaments erreicht, dass Ehegatten sich wechselseitig als Erbe einsetzen. Dies wird über das BGB in §2269 („gegenseitige Einsetzung“) geregelt.

Besonderheiten des Testaments

Einige Besonderheiten sind bei der Entscheidung für das Testament zu beachten:

  • Pflichtteil für die Kinder oder Eltern Mit dem Berliner Testament kann der Pflichtteil für Kinder oder Eltern nicht ausgeschlossen werden. Diese können ihren Anteil allerdings eigeninitiativ ausschlagen (zum Beispiel, wenn Sie als Nacherbe im Testament eingetragen wurden).
  • Scheidung der Ehe Das Berliner Testament wird mit einer rechtskräftigen Scheidung der Ehe unwirksam.
  • Wechselwirkung mit anderen Testamenten Mit dem Einsatz des Berliner Testaments werden alle anderen Testamente unwirksam.
  • Nacherbschaft Im Rahmen des Testaments können bereits Vereinbarungen getroffen werden, wer nach dem Versterben beider Ehepartner als Erbe in Kraft treten soll (zum Beispiel die gemeinsamen Kinder).
  • Änderung des Testaments nach dem Tod des Ehegatten Das Testament kann einseitig von dem hinterbliebenen Ehegatten nicht mehr geändert werden (zum Beispiel um Steuern einzusparen).
  • Wiederverheiratungsklausel Häufig ist in das Testament eine Wiederverheiratungsklausel integriert, die ausschließt, dass das gemeinschaftliche Vermögen aus erster Ehe nicht an einen späteren neuen Ehepartner geht.
  • Lebensgemeinschaften Gemäß Lebenspartnerschaftsgesetz kann das Testament auch für eingetragene Lebenspartnerschaften verfasst werden. Dasselbe gilt auch für gleichgeschlechtliche Paare.
 

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